Homöopathische Hausapotheke

 
    Alle Behandlungshinweise sind nach bestem Wissen geprüft, erheben dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Homöopathie ist wesentlich Individualtherapie, jeder Einzelfall kann sich anders darstellen und andere Heilmittel verlangen.
    Der Gebrauch der Hinweise geschieht in eigener Verantwortung, und setzt die Einhaltung der homöopathischen Gesetzmäßigkeiten voraus. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die aus direktem oder indirektem Gebrauch der Hinweise resultieren.
    Bei Unsicherheit bezüglich der Vorgehensweise oder bei schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen sollte ein erfahrener homöopathischer Therapeut konsultiert werden.
 
 
Empfehlenswerte Arzneimittel für den Aufbau einer homöopathischen Hausapotheke sind (mindestens) folgende:
 
Aconitum:
Plötzlicher Beginn (Fieber, Schreck, Beginn von Krupphusten der Kinder), Erkältung durch kalten Wind, trockene Hitze, Unruhe, Todesangst, unerträgliche Schmerzen. Rotes Gesicht, wird blaß beim Aufrichten oder bei Anstrengung. Nächtliche Verschlimmerung. Zu Beginn fast aller plötzlich eintretenden Erscheinungen angezeigt, besonders bei Folgen von Schreck oder Schock, Ohnmacht durch Schreck.
 
Allium cepa:
Heftiger Fließschnupfen mit Tränenfluß, Nasenabsonderung ist wäßrig und beißend, Nasenlöcher und Oberlippe sind wund. Schmerzhafter Husten durch Reizung im Kehlkopf, Schmerz im Kehlkopf, Heiserkeit.
 
Apis:
Bienen-/Wespenstiche (besonders in Gesicht, Zunge - Achtung, Notarzt!). Stechend/brennende Schmerzen, starke Schwellung, wenig Durst, Kälte bessert.
 
Arnica:
Standardmittel bei Quetschungen, Prellungen, Blutergüssen, Gehirnerschütterung. Nach Operationen, nach der Geburt, nach Zahnextraktionen. Schmerz wie zerschlagen, das Bett scheint zu hart. Starker Wundschmerz. Schlimmer durch Berührung, mit Angst vor Berührung.
 
Arsenicum album:
Brennende Schmerzen, besser durch Wärme. Schwäche. ängstliche Unruhe. Brennender Durst, trinkt häufig kleine Schlucke. Blaß. Lebensmittelvergiftung. Brechdurchfall. Magenbeschwerden durch Eis oder kalte Getränke. Schnupfen mit wundmachender Absonderung. Verschlimmerung nach Mitternacht, Besserung durch Wärme. Nie zu lange geben, ein tief wirkendes Mittel!
 
Belladonna:
Schnell eintretende Symptome, typische Entzündung: rot, heiß, schmerzhaft. Klopfend (in den Blutgefäßen), rotes Gesicht, heißer Kopf mit kalten Gliedern, weite Pupillen. Verschlimmerung durch Berührung oder Erschütterung, durch Licht. Kopfschmerz nach starker Sonneneinwirkung. Sonnenbrand, Haut tomatenrot, geschwollen, klopfend, heiß.
 
Bryonia alba:
Entzündungen: Mastitis (Brust steinhart, blaßrot, schwer) Pleuritis, Pneumonie. Allgemein schlimmer durch die geringste Bewegung. Stechende Schmerzen (z.B. in der Brust schlimmer durch Atmen, im Kopf schlimmer durch Bewegung der Augen). Trockenheit der Schleimhäute, Durst auf große Mengen kalter Getränke. Reizbar, schlecht gelaunt. Sommerdurchfall nach Obstgenuß. Besser durch Druck.
 
Calcium carbonicum:
Wichtiges Kindermittel, Rachitis, Nachtschweiß, Kältegefühl, saure Absonderungen (z.B. Durchfall). Neigung zum Verheben und zu Verrenkungen.
 
Calcium phosphoricum:
Milchunverträglichkeit, Bauchkolik nach Milchgenuß (bei Säuglingen nach jedem Stillen). Langsame Entwicklung der Knochen und Zähne, fördert die Knochenneubildung nach Frakturen. Wachstumsschmerzen bei Kindern.
 
Calendula:
Bei Wunden zur Reinigung und Blutstillung (5 Trpf. der Tinktur auf ein Glas Wasser).
 
Cantharis:
Verbrennungen mit Blasenbildung. Auch bei Blasenentzündungen (starkes Brennen beim Urinieren, häufiger Harndrang, tropfenweiser Harnabgang).
 
Carbo vegetabilis:
Aufgetriebener Bauch, viel Blähungen und Aufstoßen, das Aufstoßen erleichtert vorübergehend. Blässe, kalter Schweiß, eingefallenes Gesicht, wünscht sich kalte Luft (offenes Fenster, Ventilator).
 
Causticum:
Verbrennungen, lindert sehr schnell den Schmerz, bei schlecht heilenden Brandwunden.
 
Chamomilla:
Zahnungsbeschwerden der Kinder, mit Krämpfen, Durchfällen, Fieber. Eine Wange ist rot, die andere blaß. Besserung durch Umhertragen des Kindes. Allgemein gereizt durch Schmerzen, kann die Schmerzen nicht ertragen. Kolik. Ohrenschmerzen der Kinder. Schmerzen werden meist schlimmer durch Wärme, aber nicht besser durch Kälte.
 
China:
Folgen von Blutverlusten. Allgemeine Schwäche, Zittern, Neigung zum Schwitzen. Verschlimmerung durch Berührung. Überempfindlich. Durchfall nach Verzehr von Früchten. Schwäche durch langes Stillen.
 
Coffea:
Folgen plötzlicher Gefühlserregungen (auch freudige), Übererregung, nervöse Schlaflosigkeit. Unerträgliche Schmerzen.
 
Colocynthis:
Bauchkoliken, heftiger schneidender Schmerz, muß sich krümmen und winden. Besserung durch Druck. Folgen von Ärger.
 
Eupatorium perfoliatum:
Fieber mit allgemeinem Zerschlagenheitsgefühl, Muskel- und Knochenschmerzen besonders in den Extremitäten und im Rücken. Verschlimmerung morgens zwischen 7.00 und 9.00 Uhr. Schmerzhafter, trockener Husten.
 
Ferrum phosphoricum:
Fieber, Entzündungen ohne klare Symptome, Beschwerden kommen und gehen wellenförmig, Gesicht abwechselnd rot und blaß. Nasenbluten stark, hellrot. Mittelohrentzündung mit klopfen.
 
Gelsemium:
Langsame Entwicklung der Symptome. Allgemeine Ermüdung, Benommenheit, Schwäche, Zittern und Zucken der Muskulatur, nervöses Frösteln, heftiger Schüttelfrost, die Augen fallen zu. Beine 'wie aus Watte'. Durstlosigkeit. Gesicht rot.
 
Hepar sulfuris:
Eiterungen, auch drohende. Pseudokrupp (nach Aconitum und Spongia), Husten schlimmer gegen Morgen. Angina, verhindert die Abszeßbildung. Absonderungen übelriechend, wie alter Käse. Große Empfindlichkeit gegen Kälte, gegen Luftzug und Berührung. Ohnmacht durch Schmerz.
 
Hypericum:
Verletzungen von Nerven, alle Verletzungen von empfindlichem, nervenreichem Gewebe (z.B. Fingerspitzen). Schmerzen entlang des Verlaufs eines Nerves (fadenförmig). Verletzungen der Wirbelsäule, besonders des Steißbeines. Bei Gehirnerschütterungen, wenn nach Arnica noch Beschwerden persistieren.
 
Ignatia:
Folgen von Kummer. Erschöpfung, Traurigkeit, seufzen, widersprüchliche Symptome, weinen und lachen. Ohnmacht nach Gemütsbewegungen.
 
Ipecacuanha:
Anhaltende Übelkeit, wünscht sich das Erbrechen. Brechwürgen. Bronchitis mit Rasseln in der Brust, kein Auswurf, erstickender Husten. Heftiges Schreien und Heulen, Ungeduld.
 
Lachesis:
Linksseitige Entzündung, Angina. Große Schwäche. Berührung am Hals ist unerträglich. Gesicht blaurot. Große Redelust. Verschlimmerung durch Wärme, schläft in die Verschlimmerung hinein.
 
Ledum:
Stichverletzungen, Insektenstiche, Bißwunden. Fußverstauchung mit blutunterlaufener Schwellung. Augenverletzungen mit starkem Bluterguß. Kältegefühl der betroffenen Stelle, Besserung durch Kälte.
 
Magnesium phosphoricum:
Krampfartiger Bauchschmerz, auch neuralgische Gesichtsschmerzen, plötzlich eintretend. Besserung durch Wärme und Zusammenkrümmen.
 
Mercurius solubilis:
Schnupfen mit beißendem, tröpfelndem Nasenausfluß. Angina mit eitrigen Belägen, Fieber mit viel Schweiß und üblem Mundgeruch, Speichelfluß, Zunge geschwollen. Aphthen, Soor, Zahnfleischentzündung. Kalte Luft verschlimmert. Ein tiefwirkendes Mittel, nur bei zuverlässigen Anzeigen anwenden!
 
Nux vomica:
Beginnender Schnupfen. Trockene, verstopfte Nase (schlimmer nachts) mit Kopfschmerz und rauhem Hals, wäßrige Nasenabsonderung besonders morgens, tagsüber und im Freien. Magenbeschwerden durch Überessen, durch Erregung oder Ärger, nach Medikamentenmißbrauch, durch Kaffee oder Alkohol. Verdorbener Magen. Reizbarkeit, empfindlich. Besserung durch Wärme. Schlimmer morgens. Allgemein angezeigt bei Folgen von Medikamentenmißbrauch (Schlafmittel, Abführmittel, Lokalanästhetika etc.)
 
Opium:
Folgen von Schreck. Lähmung, Betäubung, Schläfrigkeit. Rotes, gedunsenes Gesicht, schnarchende Atmung. Schmerzlosigkeit.
 
Phosphoricum acidum:
Große Schwäche und Gleichgültigkeit, durch Verlust von Körpersäften, sexuelle Exzesse, langanhaltenden Kummer. Andauernder Durchfall, nicht schwächend.
 
Pulsatilla:
In späterem Stadium bei Schnupfen, Nasenausfluß dick, gelb, mild. Magenbeschwerden durch Eiscreme, fette Speisen, Obst, Früchte. Ohrenschmerzen der Kinder. Sanft, viel Weinen. Verschlimmerung abends und im warmen Zimmer, trotz Frösteln Abneigung gegen warme Räume. Verlangen nach frischer Luft, Besserung durch langsames Gehen im Freien. Durstlosigkeit.
 
Rhus toxicodendron:
Folgen von körperlicher Überanstrengung, Zerrungen, Verrenkungen, Sehnenruptur, Verheben, Nässeeinwirkung. In Ruhe und bei Beginn der Bewegung verschlimmern sich die Beschwerden, fortgesetzte Bewegung und Wärme bessern. Ruhelos, muß sich bewegen. Wenn Rhus tox. nur teilweise hilft, folgt oft gut Calcium carbonicum.
 
Ruta:
Schmerz der Augen und getrübtes Sehen nach Überanstrengung der Augen. Verletzungen der Knochenhaut. Überlastung des Handgelenks durch Büroarbeit oder Musizieren. Überbein am Handgelenk. Allgemeines Gefühl von Zerschlagenheit, schmerzhafte Müdigkeit.
 
Silicea:
Schnupfen mit langanhaltender Verstopfung der Nase, Sinusitis ohne Nasenabsonderung. Eiternde Verletzungen. Unterstützt die Austreibung fremder, in die Haut eingedrungener Körper (Nadeln, Splitter etc.).
 
Spongia:
Husten bellend, hohl, sägend, ohne Auswurf, völlige Trockenheit der Luftwege. Bei Pseudokrupp nach Aconitum.
 
Staphisagria:
Schnittverletzungen. Verletzungen der Genitalien. Gerstenkörner, harte Knötchen bleiben als Folge. Beschwerden nach unterdrücktem Ärger, Empörung. Leicht beleidigt.
 
Sulphur:
Wundmachende Absonderungen, Brennen und Jucken, rezidivierende Beschwerden, Folgen von unterdrückenden Behandlungen. Chronische Leiden. Reaktionsmangel.
 
Symphytum:
Knochenbrüche, fördert das Zusammenwachsen der Knochen (dabei längere Einnahme, C30 in Wasser aufgelöst etwa über 2 Wochen, zwei mal täglich 1 TL). Auch bei Meniskusverletzungen Förderung der Gewebsneubildung. Auch bei Gesichtsverletzungen, Verletzungen des Augapfels, Osteoporose.
 
Veratrum album:
Durchfälle mit Ohnmachtsneigung (auch Kreislaufkollaps, 'schwarz vor den Augen') und kaltem Schweiß, besonders auf der Stirn. Blaß, eiskalt, großer Durst nach kalten Getränken.

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